03.10.2026 in Villach: Die postWERK-Ausstellung FRAGIL ist auch während der „ORF-Lange Nacht der Museen“ im Dinzlschloss Villach zu erleben, begleitet von Performances und Führungen.
Das Zerbrechliche ist allgegenwärtig. In Momenten, die kippen oder in Gegenständen, die zerbersten können. Die Welt im Gesamten ist fragil – in Beziehungen, in der Gesellschaft, in der Natur. Diese interdisziplinäre Jahresausstellung beleuchtet allerdings das Zarte als Zustand, der nicht Schwäche meint, sondern Aufmerksamkeit. Wo etwas instabil ist, entsteht auch Raum für Veränderung. Künstler*innen des Kunstvereins und Gäste zeigen Arbeiten, die Risse nicht verstecken, sondern sichtbar machen. Malerei, Fotografie, Installation, Literatur und Performance verbinden sich zu einem Geflecht aus sensiblen Beobachtungen und offenen Fragen. Die Arbeiten verhandeln Verletzlichkeit im Materiellen wie im Menschlichen, widmen sich fragilen Ökosystemen und der Zerbrechlichkeit unserer gemeinsamen Zukunft. Sie erkunden auch, wie uns Unsicherheiten verbinden können und welche Verantwortung daraus erwächst. Die postWERK-Ausstellung „FRAGIL“ lädt dazu ein, genauer hinzuschauen. Nicht auf das, was sicher steht, sondern auf das, was sich bewegt. Auf das, was im Begriff ist zu zerfallen oder zu wachsen. Ein Weitererzählen über das Sichtbare hinaus.
ORF-Lange Nacht der Museen am Samstag, 3. Oktober 2026 von 18 bis 24 Uhr
18 bis 23 Uhr: Kuratorinnenführungen (Barbara Ambrusch-Rapp)
19, 20 und 21 Uhr: Performance „Wieso wir uns wiegen“ mit Christina CLAR & Phil YAEGER
Wieso wir uns wiegen: eine multidisziplinäre und kollektive Erfahrung des Nonverbalen in Form einer hybriden Performance, die Musik, Gesten, Bewegung, Berührung, Sinneswahrnehmungen und plastische Elemente miteinander verwebt. Eingebettet in das Thema FRAGIL erforschen Christina CLAR und Phil YAEGER Ritzen, Zwischenräume und deren Bewohner*innen, non-verbale und Spezies-übergreifende Kommunikation und neurodivergente Wahrnehmung. Gemeinsam mit dem Publikum erweitern wir unsere Sinne und tauchen in eine fremde, multisensorische Welt ein.
Eintritt: Ticket ORF-Lange Nacht der Museen
Ausstellende postWERK-Mitglieder sind Katharina ACHT, Barbara AMBRUSCH-RAPP, Ernst BACHINGER, Fabian FREESE, Arnold KREUTER, Inge LASSER, Marlies LIEKFELD-RAPETTI, Anita WIEGELE, Christl WIEGELE (in memoriam) mit Gastkünstler*innen Marjeta ANGERER-GUGGENBERGER, Christina CLAR, Jure MARKOTA, Mana MIRA.
Ausstellung bis 29. Oktober 2026
Dinzlschloss Villach, Schlossgasse 11, 9500 Villach
Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr
Die Ausstellung ist Teil der Triennale IV Kärnten 2026 mit dem Thema schwach • šibko • debole
Mit freundlicher Unterstützung von Stadt Villach Kultur, Land Kärnten Kultur

Christina CLAR (konzept, stimme) ist eine österreichische Künstlerin. Sie studierte bildende Kunst in Paris und London. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Performance, Events, Installationen, urbanen Interventionen und computergestützten Anwendungen. Sie schafft Räume mit Klang und Bild, wobei sie Architektur, physische Interventionen, Poesie und Medien einsetzt und die Grenzen zwischen den im Geist projizierten Räumen und den „real existierenden“ verwischt. Zusammenarbeit und internationale Kooperationspartner*innen sind wesentliche Bestandteile ihrer Arbeit, die von zeitgenössischen Opernproduktionen bei den Salzburger Festspielen mit Peter Sellars über internationale Performance-, Musik- und Ausstellungsprojekte in Europa, den USA, Australien und Afrika bis hin zu aktuellen Arbeiten für den Steirischen Herbst, das Museum am Bach und das Universitätskulturzentrum Unikum reichen. Sie bespielt Museen, Galerien, Theater und Konzertlocations, Bahnhöfe, Spitäler und Gesundheitseinrichtungen, ephemere Architekturen und den öffentlichen Raum. Die Erweitung der Sichtbarkeit von Beeinträchtigungen, crip culture und den anderen Spezien, mit denen wir diesen Planeten bewohnen sind für Christina Clar von zentraler Bedeutung wie auch re-use und die Verwendung von recycelten Rohstoffen, mixed ability practices und einem basisdemokratischen Ansatz zur Konsensfindung. Sie arbeitet als Künstlerin und Feldenkrais Practicioner.
christinaclar.net
Foto: Karlheinz Fessl

Phil YAEGER wurde in eine musikalische Bauernfamilie im Nordosten der Vereinigten Staaten hineingeboren. Er studierte Jazz-Posaune an der William Paterson University bei Rufus Reid, Sy Johnson, Steve Turre, Conrad Herwig und Ed Neumeister sowie an der Kunstuniversität Graz, erneut bei Ed Neumeister. Er ist als Posaunist, Komponist/Arrangeur, Autor und gelegentlich auch als Sänger tätig. Seine musikalische Erfahrung umfasst Jazz aller art sowie Rock, Pop, Soul, Electronica und zeitgenössische klassische Musik, sowohl akustisch als auch elektroakustisch. Er trat mit Künstlern wie Max Nagl, David Murray, Wayne Horvitz, Ari Hoenig, Wolfgang Puschnig, Uri Caine, Ursula Rucker, die Strottern, Soap&Skin sowie den Wiener und Vorarlberger Sinfonieorchestern auf. Er ist Posaunist, Haus-Komponist/Arrangeur und gelegentlich Bandleader des Jazzorchesters Vorarlberg. Sein Debütalbum unter eigenem Namen, „Hunter“, ist bei Jazzwerkstatt Records erhältlich. Phil trat im Cbgb’s, im Blue Note, in der Radio City Music Hall, im Wiener Konzerthaus, im Theater an der Wien, im Festspielhaus Bregenz sowie an zahlreichen anderen Veranstaltungsorten und Festivals in Nordamerika, Europa und im nahen und fernen Osten auf.
pyaeger.com
Foto: Severin Koller

